15 Jahre WESTWIND

Beim Öffnen des „WESTWIND-Pakets“. V.l.n.r.: BGM van Staa, VBGM Wimmer, Chefredakteur und „Vater“ des WESTWIND Peter Eichhorn.

„Schon wieder eine Stadtteilzeitung— die wird das erste Jahr sicherlich nicht überleben…". Das war die Aussage eines Stadtpolitikers anlässlich der Präsentation des WESTWIND im Herbst 1996. Es kommt meist anders als man denkt, der betreffende Politiker ist längst von der Bildfläche verschwunden, den WESTWIND gibt es noch heute. Und er feiert heuer sein Jubiläum gebührend mit einer farbigen Ausgabe. Als die Idee einer Stadtteilzeitung im Sozialarbeitskreis und in der ARGE Hötting-West zur Sprache kam, da waren gleich alle Institutionen des Stadtteiles mit Begeisterung dabei. Lediglich die Fragen, wer soll das Projekt „in die Hand" nehmen, wie soll die Zeitung heißen, wie steht es mit der Finanzierung, etc. holten uns schnell auf den Boden der Realität zurück. Es kristallisierte sich heraus, dass so eine Stadtteilzeitung nur durch ehrenamtlichen Einsatz eines engagierten Redaktionsteams zu erstellen war. Ein Team fand sich zusammen und so begann der Werdegang des WESTWIND. Der Name WESTWIND entstand bei uns am Küchentisch, Redaktionssitzungen fanden im Wohnzimmer statt und die Gestaltung der Zeitung auf einem 486er Computer. Heute nicht mehr vorstellbar, mussten doch die erste und letzte Seite separat gestaltet und abgespeichert werden, denn die Grafiken überforderten die Leistungsfähigkeit der EDV. Alle Beiträge wurden mit der Schreibmaschine oder handschriftlich erstellt und kamen im Original oder per Fax in die „Redaktion". Die Texte mussten händisch in den Computer eingegeben werden, denn Internet und E-Mail standen uns erst Jahre später zur Verfügung. Bei der abschließenden Redaktionssitzung mit dem Korrekturlesen war es dann umso unterhaltsamer. Bis spät in die Nacht amüsierten wir uns über die durch das Eingeben entstandenen Tippfehler und auch über die Stilblüten aus den eingegangenen Beiträgen. Diese sind jedoch - mit Rücksicht auf die Verfasser - immer „Redaktionsgeheimnis" geblieben. Die Suche nach Themen für die jeweils bevorstehende Ausgabe der vierteljährlich erscheinenden Zeitung brachte für uns eine besondere Aufmerksamkeit für aktuelle Stadtteilaktivitäten mit sich. Es zeigte sich, dass Hötting-West sich zu einem sehr regen Stadtteil entwickelte - nie gingen uns die Themen aus - im Gegenteil, die Seitenzahl wurde sukzessive von 8 auf 24 Seiten erweitert. Besonders die Veranstaltungsseiten platzten schnell aus allen Nähten. Des Öfteren war die finanzielle Situation alles andere als rosig: steigende Druck- und Portokosten brachten den WESTWIND in eine brenzlige Situation, schon dachten wir ans Aufhören. Da übernahm KR Pichl die kaufmännische Leitung und in kurzer Zeit waren wir wieder in den schwarzen Zahlen. Die Einbindung aller Vereine und Institutionen von Hötting-West, eine Intensivierung der Inserate und der sonstigen Förderer machten das Schiff wieder flott. Am Anfang hatten wir uns nicht vorstellen können, welchen Zeitaufwand und wie viel Verantwortung die Gestaltung einer Zeitung für einen inzwischen immer größer werdenden Stadtteil mit sich bringt. Vor zwei Jahren haben wir die Redaktion dann in jüngere Hände übergeben und es war sicherlich ein sinnvoller Schritt. Ein großes Lob und Danke an das eingespielte Team, das die Arbeit so engagiert weiterführt! Wir erinnern uns gerne an die anregende Zeit zurück und möchten sie nicht missen. Jetzt freuen wir uns jedes Mal ganz besonders, wenn wieder ein gut gelungenes Exemplar „unseres" WESTWIND im Briefkasten liegt.