Allergien – und was man dagegen tun kann

Erstellt von Mag. R. Rastbichler | |   Gesundheit

Als Allergien bezeichnet man eine Überempfindlichkeit des Immunsystems gegen an sich ungefährliche Substanzen, die Allergene. Bereits 25 Prozent der ÖsterreicherInnen leiden darunter. Nach Angaben der Europäischen Stiftung für Allergieforschung nehmen Allergien in allen industrialisierten Ländern dramatisch zu.

Bei einer Allergie macht das Immunsystem sozusagen „aus einer Mücke einen Elefanten“. Es reagiert auf unschädliche Stoffe mit einer heftigen immunologischen Abwehrreaktion. Es gibt unzählige Auslöser: Hausstaub, Pollen, Nahrungsmittel, Tierhaare, Parfüm und vieles mehr. Der zugrunde liegende Mechanismus allerdings ist immer gleich: Bei Allergenkontakt schütten bestimmte Zellen unseres Immunsystems einen Botenstoff aus, das so genannte Histamin. Es hat beim gesunden Menschen den Sinn, sich durch eine gezielte Abwehrreaktion vor einem gefährlichen Stoff zu schützen. Bei Allergien ist das anders: Da wird Histamin ausgeschüttet, obwohl die allergieauslösenden Stoffe eigentlich harmlos für den Körper sind. Das Histamin schlägt gewissermaßen falschen Alarm und sorgt für überschießende Abwehrreaktionen des Körpers. So kommt es zu Juckreiz, die Augen röten sich und tränen, die Nase rinnt. Allergien können auch Folgekrankheiten nach sich ziehen – vor allem Asthma. Deshalb sollte man Allergien gründlich behandeln und erste Anzeichen bei Kindern sehr ernst nehmen.

Es gibt viele Möglichkeiten, sich gegen Allergien zu wehren. Die Behandlung ruht auf drei Säulen:

  1. Allergieauslöser so gut wie möglich meiden: Bei Pollenallergie längere Aufenthalte und Sport im Freien vermeiden, Sonnenbrillen können einen Teil der Pollen abfangen, Lüften nur an belastungsarmen Tagen. Intensivieren Sie Körper- und Kleiderpflege, trocknen Sie die Wäsche nicht im Freien, achten Sie auf Ihre Gesundheit und stärken Sie Ihr Immunsystem.
  2. Medikamente zur Linderung der Symptome: Hier werden Antihistaminika eingesetzt. Diese blockieren den Histamin-Rezeptor und können die Wirkung von Histamin aufheben. Die neueren Entwicklungen machen nicht mehr müde und können als Tablette, als Schmelztablette, als Sirup für Kinder, aber auch als Nasenspray oder Augentropfen verschrieben, aber auch zum Teil rezeptfrei gekauft werden. Auch homöopathische Mittel gegen juckende Augen und rinnende Nasen werden gerne in Tropfen- oder Tablettenform eingenommen oder als Augentropfen und Nasensprays verwendet.
  3. Spezifische Immuntherapie, auch bekannt als Desensibilisierung: Hier hat man wirklich Aussicht auf Heilung, indem man in regelmäßigen Abständen die allergieauslösenden Stoffe in Form von Injektionen unter die Haut verabreicht. Durch die allmähliche Steigerung der Dosis lernt unsere Immunabwehr mit dem Allergen umzugehen und wird mit der Zeit unempfindlich dagegen. Mittlerweile gibt es diese Therapieform auch als Tropfen und Tabletten, wodurch die PatientInnen nach einer Einführung durch Arzt oder Ärztin die Therapie selbstständig durchführen können. Eine weitere Erleichterung stellt die „Gräsertablette“ dar, welche das in Österreich vorhandene Pollenspektrum gut abdeckt und nur mehr drei Jahre lang vier Monate vor dem Pollenflug und die ganze Saison hindurch eingenommen werden muss.