Alte Höfe in Hötting-West und Kranebitten: Der Peerhof

Erstellt von J.J. | |   Historisches

In etwa dort, wo heute die südlichen Häuserblocks der Peerhofsiedlung beginnen, stand bis 1983 der alte Peerhof, mit dessen Geschichte wir uns heute näher befassen wollen. Die erste urkundliche Erwähnung dieses ehemaligen Bauernhofes, der im 14. Jahrhundert als Kuhhof zur Milch- und Käseerzeugung bezeichnet wird, geht bereits ins 13. Jahrhundert zurück, wo er als „Gut, das gelegen ist zu Hard und geheißen der Hawssär“ erwähnt wird, also der damals „Hausergut“ genannt worden ist; und der Besitzer des Gutes, der vermutlich Hauser geheißen hat, musste jährlichen Zins an die Pfarrkirche von Hötting zahlen. In den folgenden Jahrhunderten wechselte der Hof sowohl seine Grundherrschaften als auch seine zinspflichtigen Besitzer. Im 17. Jahrhundert bewirtschaftete die Familie Nocker das Hausergut und im Maria-Theresianischen Kataster wird Mathias Regenspurger als Besitzer genannt. Im 19. Jahrhundert, konkret auf einer Landkarte von 1840, erscheint der Hof mit der Bezeichnung „Oetzthaler“ oder „Etztaler Hof“. Es ist anzunehmen, dass mit dem Namenswechsel auch neue Besitzverhältnisse verbunden waren. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als die Familie Peer den Bauernhof, damals noch mit einer östlich angrenzenden Hofkapelle, übernahm, erhielt er den Namen, der heute in der auf seinen Gründen erbauten Siedlung weiterlebt. 1983 wurde der Peerhof, im Zusammenhang mit den Bebauungsplänen für das neue Wohngebiet, abgebrochen. Einige BewohnerInnen von Hötting- West werden sich sicher noch an ihn erinnern, waren doch die angrenzenden Wiesen ein prima Rodelgebiet für Kinder, die in der Lohbachsiedlung oder in der Luis-Zuegg- Straße gewohnt haben. In der zweiten Hälfte der 1980-er Jahre wurde dann mit den Bauten der Peerhofsiedlung begonnen, die inzwischen Wohnraum für mehr als 500 Familien bietet.

Peerhof 1983 vor dem Abbruch
Peerhof - alter Hauserhof mit Hofkapelle