Arzneipflanzen bei Infektionen der Atemwege

In der kalten Jahreszeit stellt sich immer wieder die Frage, ob die Erkältungsbeschwerden tatsächlich trivial sind oder ob sie eventuell mit einer ernsten Grunderkrankung in Beziehung stehen. Zur Vorbeugung und Behandlung von Infektionen der oberen Atemwege steht ein weites Spektrum von pflanzlichen Therapeutika zur Verfügung. Unter „Immunmodulation“ versteht man ein prophylaktisches Vorgehen, bei dem körpereigene Abwehrmechanismen stimuliert werden. Am häufigsten verwendet werden dabei sicherlich Echinacea (Sonnenhut) – Präparate. Diese Zubereitungen aus alkoholisch-wässrigen Extrakten oder auch Frischpflanzenpresssäfte zeigen in kontrolliert klinischen Studien eine Verringerung der Fallzahlen, eine Verkürzung der Krankheitsdauer und Milderung der Beschwerden bei Atemwegsinfektionen. Auch die Kombination mit Baptisia (wilder Indigo) und Thuja (Lebensbaum) bewirkt ein rascheres Abklingen der Symptome. Die aus Südafrika stammenden Wurzeln von Pelargonium sidoide (Kapland-Pelargonie) werden traditionell für die Behandlung bronchialer Erkrankungen eingesetzt. Schon beim ersten Auftreten der Symptome (Kratzen im Hals, Störungen des Allgemeinbefindens, Gliederschmerzen) empfiehlt sich die Einnahme der genannten Präparate sowie das Trinken von Erkältungstees und milde Inhalationen. Auch bei Beeinträchtigungen der Nasenhaupt- und –nebenhöhlen kann man durch Inhalationen eine Abschwellung der Nasenschleimhaut und Entzündungshemmung erzielen. Dazu verwendet man am besten Mischungen aus Holunder-, Kamillen- und Lindenblüten sowie Nasenspülungen mit Salzlösungen. Bei Rachen- und Kehlkopfentzündungen bringen Spülungen mit Auszügen aus Salbeiblättern, Kamillenblüten oder Eibischwurzel (Kaltauszug!) Milderung der Symptome. Isländisch Moos, Salbei und Eibisch hilft in Form von Lutschpastillen. Bei Husten und Bronchitis wird außer Eibisch, Spitzwegerich, Königskerze, Thymian gerne Huflattich verwendet. Da der Gehalt an leberschädigenden Alkaloiden bei selbst gesammelten Pflanzen nicht bekannt ist, sollten nur geprüfte alkaloidfreie Arzneidrogen und Zubereitungen aus der Apotheke verwendet werden! Fragen Sie Ihren Apotheker - er stellt gerne Ihre individuelle Teemischung für Sie zusammen!