Betriebszeiten am Flughafen Innsbruck

In der letzten Ausgabe wurde ausführlich über die restriktiven Betriebszeiten am Flughafen Innsbruck berichtet. Betriebszeitenüberschreitungen sind in der Zivilflugplatzbetriebsordnung (ZFBO) § 5, Abs. 1 und 2 geregelt. Aufgrund einiger Anfragen möchten wir Ihnen in dieser Ausgabe nun einiges zum Thema "Betriebszeiten-überschreitungen" darlegen.

So ist der Flughafen Innsbruck verpflichtet (ZFBO § 5, Abs. 1) die Betriebszeit entsprechend zu verlängern, wenn dies aus unvorhergesehenen Gründen notwendig ist und eine diesbezügliche Anmeldung spätestens eine Stunde vor dem genehmigten Betriebsschluss bei der Tiroler Flughafenbetriebsgesellschaft einlangt. Solche "unvorhergesehenen" Gründe können insbesondere Verspätungen infolge technischer, flugsicherungsbetrieblicher, meteorologischer, medizinischer oder sicherheitspolizeilicher Vorkommnisse sein. Häufige Ursachen für BZÜ sind auch rotationelle Verspätungen, sowie Transplantations- bzw. Ambulanzflüge.

Was die rotationellen Verspätungen betrifft, so ergeben sich diese meist als Folgeerscheinung von Verspätungen des vorhergehenden Fluges oder auf Grund schlechter Wetterbedingungen.

Bei den Ambulanzflügen, die sich aus verständlichen Gründen zum Teil an keine Betriebszeiten halten können, ist die Lage etwas anders. Hier ist meist rasches Handeln erforderlich. "Bei lebensrettenden Transporten von Organen zählt oft jede Minute. Deshalb ist für die Transplantationschirurgie in Innsbruck der Flughafen absolut unverzichtbar und wir sind sehr dankbar, dass man am Flughafen so professionell mit uns kooperiert", bestätigt Prof. Raimund Margreiter, Vorstand der Innsbrucker Transplantationschirurgie. "Ohne den Flughafen Innsbruck wäre eine funktionierende Transplantationschirurgie in Innsbruck undenkbar!" Allerdings wird vom Flughafen nach Rücksprache mit der Klinik nur solchen Transplantationsflügen zugestimmt, die entweder von oder nach Innsbruck mit Organen unterwegs sind (also ein Flug, der von Innsbruck nach Hamburg gehen würde, um von dort ein Organ nach Berlin zu bringen, würde außerhalb der Betriebszeiten abgelehnt werden).

Sie sehen also, dass es bei Entscheidungen, ob BZÜ genehmigt werden oder nicht, alles andere als einfach ist, da man die verschiedenen Interessen - die der Anrainer, der Airline und der Gäste bzw. der Tiroler - berücksichtigen sollte. Abschließend bleibt zu sagen, dass in den ersten 8 Monaten die Gesamtzahl der Betriebszeitenverlängerungen gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr um 22,1% (!) gesenkt werden konnte! Sie sehen also, wir tun unser Bestes, um all diese Interessen und Anliegen so gut wie möglich unter einen Hut zu bringen. Die Vermeidung von Betriebszeitenverlängerungen hat aber bei all diesen Überlegungen stets oberste Priorität!

Mit besten Empfehlungen,

Ihr Flughafen Innsbruck