Morbus Dei - Die Ankunft

Erstellt von A.Ka. | |   Bücherwind

Zach, Bastian / Bauer, Matthias:

Morbus Dei - Die Ankunft

Roman, Innsbruck-Wien: Haymon, 2010.

289 S. (Haymon tb 46)

 

Nach etlichen Arbeiten in der Filmbranche haben die beiden jungen österreichischen Autoren nun ihr erstes Buch vorgelegt. Tyrol 1703: Johann List, Soldat und Deserteur, rettet sich schwer verletzt im Schneesturm in ein einsames Bergdorf. Zeigt sich schon die Natur – Berge, Wald, Wettergewalten – lebenswidrig, unnahbar und düster, so ist es erst recht das Dorf. Misstrauen herrscht gegen alle Fremden, man darf keine Fragen stellen, rivalisierende, habgierige Bauern, die ein dunkles Geheimnis hüten, das unterschwellige Angst verbreitet, bestimmen die drückende Atmosphäre. Doch gibt es auch Lichtblicke: Elisabeth, die Tochter eines mächtigen Bauern, pflegt Johann gesund, es gibt hilfreiche Knechte und Mägde und eine richtige Liebesgeschichte. Der Pfarrer verhält sich sonderbar, gibt es Verbindungen mit den Schatten und geheimnisvollen Zeichen oben in den unzugänglichen Bergen, die Johann schon bei seiner Ankunft bemerkt hat? Als ein Trupp französischer Soldaten im Dorf auftaucht, gibt es kein Halten mehr. Die „Bedrohung“ in den Wäldern wird gesucht und gefunden, ein furchtbarer Kampf entbrennt. Im kurzen Prolog wird den Leserinnen und Lesern bereits eine Ahnung von der geheimnisvollen, entstellenden Krankheit vermittelt, von denen, „die im Verborgenen“ leben. Und natürlich gibt es eine Verbindung zum Dorf. Den beiden Autoren gelingt eine dichte Schilderung des Dorfes und seiner Menschen, deren Lebensgewohnheiten und meist gefährlicher Arbeit in unwirtlicher Natur. Die Geschichte ist spannend erzählt, die Dialoge drehbuchartig lebendig, ein „Mystery-Thriller“ mit geschichtlichem Hintergrund.