Das Fenster zum Sommer

Das Fenster zum Sommer (Hannelore Valencak)

"Am Morgen jenes sonderbaren Tages erwachte ich mit dem Gefühl, es müsse Winter sein. Das Licht war so weiß und ausgefroren und zu zaghaft für das Licht eines Julimorgens..."

Nur wenige Zeilen später befindet man sich als Leser schon mitten in einem eigentlich "unmöglichen" Stück Lebensgeschichte von Ursula, der Ich-Erzählerin, die hier offensichtlich in ihre eigene Vergangenheit zurückversetzt wurde. Plötzlich verwandelt sich die gerade noch gültige Gegenwart der glücklich verheirateten Frau mit erfüllter Zweisamkeit in deren eigene Zukunft. Erst empfindet sie alles als bösen Traum, von dem es gilt so bald als möglich zu erwachen. So nach und nach erweist sich diese Hoffnung allerdings als Trugschluss. Ursula muss sich der Tatsache stellen, dass sie ihrem eintönigen Alltag dieser neuen und zugleich alten Zeit nicht auskommt. Wie sie das bewerkstelligt und ob sie am Ende wieder zu ihrem Joachim zurückfindet, lässt sich in diesem wunderbaren Roman von Hannelore Valencak entdecken. Der Autorin gelingt es auf brillante Weise, den Leser neugierig zu machen. Dazu bedarf es keinerlei künstlich herbeigezauberter Action. Bereits 1963 zum ersten Mal erschienen, gewinnt das Buch beinahe erst um die Jahrtausendwende seinen berechtigten Bekanntheitsgrad.