Das Kurzparkzonen-Theater von Sadrach

Einige Straßen in Sadrach sind seit 6. September Kurzparkzonen, darunter auch der Hofwaldweg, eine stille Sackgasse am Stadtrand, in die sich noch nie ein Pendler oder Student verirrt hat. Die AnwohnerInnen reagierten empört, da sie sich bei einer Bürgerversammlung im Juni 2003 gegen die Bewirtschaftung dieser Straße ausgesprochen hatten und auch durch die im Herbst 2003 erfolgte Parkraumbewirtschaftung der Schneeburggasse bis zum Großen Gott nicht beeinträchtigt wurden. Als heuer im Juli Parkautomaten aufgestellt wurden und man gerüchteweise von der drohenden Kurzparkzone erfuhr, wurden Unterschriften gesammelt und ein Antrag beim zuständigen Stadtmagistrat (Dr. Gschnitzer) gestellt. Keine Antwort. Die Kurzparkzone wurde überfallsartig, ohne die AnrainerInnen offiziell zu verständigen, eingeführt - lediglich Zettel an den Windschutzscheiben machten zwei Tage zuvor darauf aufmerksam. Es gab keine Übergangsfrist, gestraft wurde von der ersten Stunde an. Da für 22. September eine Bürgerversammlung angesagt war, wurden erneut Unterschriften gesammelt (400). Die Diskussion endete mit einem Kompromiss: Von Seiten des Verkehrsamtes wurde eine halbjährige Beobachtung vorgeschlagen, da eine sofortige Rücknahme wegen der bereits bezahlten Anrainerkarten nicht möglich wäre. Das genügte den AnrainerInnen nicht, am 27.9. wurde ein neuer Antrag auf Aufhebung der gebührenpflichtigen Kurzparkzone und die Aufstellung einer Fahrverbotstafel — ausgenommen Anrainerverkehr — bei Bürgermeisterin Zach und beim Stadtmagistrat II eingereicht. Das Ergebnis ist abzuwarten, die AnwohnerInnen werden auf jeden Fall weiterkämpfen.