Der Galgenbühel

Erstellt von J.J. | |   Historisches

Es gibt eine Reihe von großen und kleinen, historischen und modernen Kulturdenkmälern in unserem Stadtteil. Sie alle hier aufzuzählen und näher zu beschreiben würde wohl zu viel Platz einnehmen. Auf einige dieser Kleinode haben wir schon in vergangenen Nummern des Westwind hingewiesen. Aus gegebenem Anlass – das Wegkreuz befindet sich zurzeit in der Restaurierwerkstätte von Peter Kuttler – sei diesmal auf eine Gedenkstätte hingewiesen, deren kulturgeschichtlicher Hintergrund geradezu beklemmend ist. Es geht um den Galgenbühel. Bis ins 18. Jahrhundert stand in etwa an der Stelle des Kreuzes ein landgerichtlicher Galgen, der seit der Mitte des 14. Jahrhunderts auch als solcher in Verwendung gewesen war. Es wurden dort Strafen, die das Landgericht Sonnenburg verhängt hat, vollzogen. Und es war allerorten Sitte, Hinrichtungsstätten nahe der Landstraße zu errichten, um die daran vorbeiziehenden Menschen zu mahnen und abzuschrecken. Überliefert ist uns u. a. eine Geschichte aus dem Jahr 1719, die vom „Wunder am Höttinger Galgenbühel“ erzählt, wonach einem Delinquenten das Leben geschenkt worden war, weil der Strick gerissen ist und der Richter keinen Reservestrang bei sich hatte. Bis vor einigen Jahren hat der Verein für Heimatschutz und Heimatpflege Hötting, der auch die Aufstellung des Wegkreuzes initiiert hat, diese Örtlichkeit gepflegt. Jetzt wird der Kruzifixus auf Initiative des Innsbrucker Verschönerungsvereins wieder restauriert. Ob es auch gelingt, einen ungefährlichen Verbindungsweg vom Harterhofweg zur Gedenkstätte zu errichten, muss noch dahingestellt bleiben. Es wäre auf jeden Fall der Mühe wert.

Das Wegkreuz am Galgenbühel, aufgestellt vom Verein für Heimatschutz und Heimatpflege Hötting, das derzeit restauriert wird und dann wieder auf seinen Platz kommen wird. Original im Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck