Die Seelenpest

Erstellt von A. Ka. | |   Bücherwind

Seidel, Jürgen:
Die Seelenpest. Roman.
Weinheim, 2004.

 

London zur Zeit Heinrich VIII., 1521: Junge Internatsschüler und Studenten bringen sich um, weil sie den Glauben an Gott verloren haben und keinen Sinn mehr im Weiterleben sehen. Die Bürger der Stadt sind skandalisiert. Es gibt verdächtige Abschiedsbriefe, die viele Fragen aufwerfen. Sir Thomas Morland, der Unterschatzkanzler des Königs, wird mit der Untersuchung dieser „Seelenpest“ beauftragt. Seine Tochter Margaret und Andrew, einer der mittellosen Internatsschüler, verbindet eine leidenschaftliche Liebe. Der reiche und einflussreiche Vater versucht, diese mit allen Mitteln zu unterbinden. Andrew und seine Freunde ermitteln auf eigenen Wegen, und es gibt immer mehr Hinweise, dass diese "Seelenpest-Selbstmorde" gar keine waren ... Ein spannender historischer Jugendroman, auch für Erwachsene gut zu lesen. Das Lokalkolorit des lauten, stinkenden, überbevölkerten London von 1521 kommt uns geradezu entgegen. Gut recherchiert wird auch die Bildungssituation geschildert, die Jungen in zwar guten Schulen zulässt, aber vor sadistischen Lehrern gibt es keinen Schutz. Frauen und Mädchen haben so gut wie keine Bildungschance, in dieser Geschichte wird außergewöhnlicherweise die Tochter des Unterschatzkanzlers privat unterrichtet. Vor allem wird die Macht der Mächtigen, hier des Königs und der Kirche, und die Ohnmacht der Untergebenen glaubwürdig dargestellt. Ein eher düsteres Szenarium, leider immer wieder aktuell, und sehr, sehr lesenswert!

 

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