Die Unwissenheit

Kundera, Milan:

Die Unwissenheit.

München, 2000.

Ein Roman, der Heimat, Heimatlosigkeit und Fremdwerden schildert, ja, die Frage stellt, kann die Fremde zum Vaterland werden?

Irena hatte immer das Gefühl, sie könne über ihr Leben nicht selbst entscheiden. Mit nicht einmal 20 hatte sie geheiratet, um von ihrer Mutter weg zu kommen. Ihr Mann war jedoch ein alter Freund der Mutter und so blieb Irena, obwohl verheiratet, unter ihrer Aufsicht. In einer Zeit der Unwissenheit traf sie Entscheidungen für ihr ganzes Leben, so auch 1968 zur

Emigration mit ihrem Mann von Prag nach Paris. Sie lebte nun in Paris, mit der Seele aber suchte sie stets Prag. Als sie zum ersten Mal in diese Stadt zurückkehrte merkte sie, dass die Heimat ihr zur Fremde geworden war. Irena machte die schmerzliche Erfahrung, an die Vergangenheit nicht wieder anknüpfen zu können, denn auch die Begegnung mit dem Mann, mit dem sie vor vielen Jahren eine Liebesgeschichte begonnen hatte, scheiterte. Er erkannte sie nicht wieder!

Dieses Buch ist in grandioser Einfachheit geschrieben, in den Nebensätzen finden sich die epochalen Veränderungen der Sprache und des Landes.