Familie und Schule

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Wenn ein Kind in die Schule kommt, verändert sich auch die Familie. Auf einmal ist nicht mehr das Kind als Person im Blickpunkt der Eltern, sondern vermehrt seine Fähigkeit Leistungen zu erbringen. (Kann es schon die Buchstaben? Rechnet es sicher?) Familien und Kinder reagieren unterschiedlich darauf, dass jetzt ständig der Leistungsdruck zu Gast ist. Eltern spüren diesen meist genauso wie die Kinder selbst. Sie fühlen sich dem Blick des Außenstehenden (LehrerIn) in ihre Familie oft ausgeliefert und haben mitunter Angst vor Kritik an ihrem Erziehungssystem. Kinder sollen in der Schule nur ja nicht auffallen, sondern fleißig lernen, dann haben Eltern das Gefühl, dass auch sie alles "richtig" gemacht haben. Die Verunsicherung der Eltern durch kritische Aussagen der LehrerIn über ihr Kind ist meist recht groß. Wie Eltern dann darauf reagieren, hängt oft mit ihrer eigenen Schulgeschichte zusammen und wie sie diese verarbeitet haben.

Wichtig ist auf alle Fälle:

- Eltern sollen ihre Kinder so unterstützen, dass sich die Kinder nirgendwo defizitär fühlen;

- Schule soll nicht das Hauptthema in der Familie sein (Kinder bestehen aus weit mehr als aus erbrachter oder nicht erbrachter Leistung);

- Eltern sollten vor den Kindern nie schlecht über Schule oder LehrerIn reden, die Kinder kommen sonst in einen Loyalitätskonflikt. Auch wenn das im gelebten Alltag immer wieder einmal schwierig sein kann.

Verena Kostenzer
Leiterin der Elterngesprächsreihe

ELTERN VERSTEHEN KINDER ERZIEHEN in der Beratungsstelle KIST heuer zum Thema "Mein Kind im Volksschulalter"