Fastenbrechen im Kolpinghaus

Erstellt von H.T., G.M. | |   Print-Artikel

Am 13. September lud das „Forum Musliminnen in Tirol“ ihre religiösen Geschwister und interessierte Nichtmuslime zum Fastenbrechen in das Kolpinghaus ein. Es war der Fastenmonat Ramadan, der dem Mondkalender folgt und sich deshalb im Vergleich zu unserem Kalender jedes Jahr nach vorne verschiebt. So findet er nächstes Jahr im August statt. Von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang verzichten gläubige Muslime auf Essen und Trinken. Dabei wird das Leben verstärkt auf Gott ausgerichtet, aber auch der Armen gedacht. Am Abend trifft sich der Familien- und Freundeskreis, es wird gebetet, gegessen und getrunken.

Dieses Fastenbrechen am Abend heißt „Ifta“ und viele Menschen aus dem Stadtteil folgten der Einladung dazu. Nach dem Einlass um 19 Uhr begleitete schöne, religiöse Hintergrundmusik die Gäste.

Nach einer kurzen Eröffnungsrede und dem Gebetsruf, um die genau bestimmte Uhrzeit, brachen die Moslems der Tradition entsprechend ihr Fasten mit Datteln und Wasser. Dann folgten Abendgebet und Abendessen, welches alle sehr genossen. Die „kleinen Moslems“ überraschten mit einem großen Auftritt: Sie sangen deutsche religiöse Lieder und überließen dann die Bühne den Ehrengästen.

Pfarrer Dr. Franz Troyer, stellte in seiner Rede fest, dass Moslems und Christen an denselben Gott glauben. Die Gemeinderätin Dr. Renate Kramer-Stark erklärte die Wichtigkeit der Frauen in der Gesellschaft und gab den Frauen ihr Wort, sie bei jeder Gelegenheit zu unterstützen.

Dr. Jussuf Windischer erzählte nach arabischen, islamischen Begrüßungsworten seine Fastenerlebnisse und die Schwierigkeit des Fastens. Was ihn dabei faszinierte, erzählte er, war die Tatsache, dass man während des Hungerns an Gott denken solle.

Anschließend übernahm der islamische Hodscha Emergen Kemal die Bühne, der dem Stadtteil schon vom Willkommensfest im Mai bekannt ist. Er erklärte das Wort „Ramadan“ und verglich das Fasten in den verschiedenen Religionen.

Nach den zahlreichen Reden freuten sich alle über das Buffet mit Kaffee und Kuchen. Beim gemütlichen Beisammensitzen tauschten die Gäste mit Muslimen und Musliminnen ihre Erfahrungen und Gedanken aus.