Franz Kaslatter

Kreative Köpfe in Hötting‐West und Kranebitten

Bild: Franz Kaslatter

Bild: Franz Kaslatter

Bild: Franz Kaslatter

Bild: Franz Kaslatter

Franz Kaslatter, im Stadtteil geboren und aufgewachsen, ist diplomierter Schauspieler mit Engagements an zahlreichen Bühnen im deutschsprachigen Raum, ausgebildeter Volksschullehrer, langjähriger Werbetexter, Deutschförderer, Zauberkünstler, Erfolgsautor, Erfinder und 3D-Experte. 20 Jahre verbrachte er als Künstler im Ausland. Nach seiner Rückkehr arbeitete er 8 Jahre lang als Deutschförderpädagoge in Innsbrucker Kindergärten und ist seit 2005 pädagogischer Fachbibliothekar an der Pädagogischen Hochschule Tirol. Aber heißt es nicht, man könne immer nur eine Sache gut machen? Franz Kaslatter sieht das für sich anders: für ihn haben Zauberkunst und 3D, Schauspielerei und Deutschförderung, Werbung und Pädagogik, Bücher und Kreativität sehr eng miteinander zu tun – und etliche Preise und Auszeichnungen geben ihm da wohl Recht. Franz Kaslatter ist Mitglied des örtlichen Künstlerkreises seit dessen Gründung. Über die Jahre hinweg konnten interessierte Besucher der regelmäßigen „West Art“-Ausstellungen die Entwicklung seiner originellen 3D-Installationen verfolgen.

Westwind: Lieber Franz, was kannst du uns Spannendes über deine aktuellen Projekte erzählen?

Franz Kaslatter: Derzeit arbeite ich an sogenannten echten Raumhologrammen und habe vor, einige davon im kommenden November in der nächsten „West Art“-Ausstellung zu zeigen. Also keine Laserhologramme, wie man sie immer wieder einmal sieht und kennt, sondern 3DAbbildungen ohne sichtbare Trägerfläche. Das ganze sieht dann jeweils aus wie eine kleine Fata Morgana.

Westwind: Klingt schon wieder typisch für dich, wie eine Mischung aus Zauberkunst und bildender Kunst.

F. K.: Genau das ist es. Ich bin ja von der Ausbildung her kein bildender, sondern ein darstellender Künstler. Und wenn ich trotzdem einmal Hologramme baue oder 3D-Bilder in Acryl auf Leinwand fabriziere, bezeichne ich mich deshalb noch lange nicht als Fotograf oder Maler, sondern eher als Installationskünstler. Für mich steckt das Konzept dahinter: alles, was ich mache, ist Zauberkunst. Und meine Installationen sind dann Zauberkunststücke, die auch in Abwesenheit des Künstlers noch funktionieren.

Westwind: Du hast ja letztes Jahr ein Märchenbuch veröffentlicht. War das auch Zauberkunst?

F. K.: Ja, das ganz besonders. Damit die Texte einfach wurden, musste ich beim Schreiben einige schwierige stilistische Tricks erfinden. Die Märchen sollten ja nicht modernisiert werden oder entschärft oder gekürzt. Ich musste sie zwar für die Zielgruppe verständlich formulieren, aber ohne ihnen den typisch grimmschen Märchencharakter zu nehmen. Es ist kein Zufall, dass es so etwas bisher nicht gab, sondern das ist vorher einfach niemandem gelungen.

Westwind: Vielleicht sollte man dazusagen: es war ein Sprachförderprojekt.

F. K.: Ja, ich habe in meinen Kindergarten-Deutschkursen Texte gebraucht, bei denen die Kinder gerne zuhören, auch wenn sie zwar nicht alles verstehen, aber eben doch die Geschichten ausreichend mitverfolgen können. Meine Kolleginnen und mein Chef haben mich ermutigt, daraus ein Buch zu machen. Und das kam dann ziemlich gut an.

Westwind: Du hast dafür einen bundesweiten Förderpreis für herausragende pädagogische Innovationen bekommen. Ich weiß, wie sehr du Angeberei hasst, aber du hast ja im Laufe der Zeit so ganz nebenbei schon etliche Preise abgesahnt. Gibt es einen davon, der dich am meisten gefreut hat?

F. K.: Die Erfolge freuen mich natürlich alle, aber bei den Preisen ist das eindeutig der Sieg in der „Red Bull“-Gravity-Challenge. Das war damals genau bei uns im Technik-Areal, vor dem Architekturgebäude. Wir mussten ein rohes Ei von einem hohen Dach werfen, ohne dass es zerbricht. Bei der Landung sollte es einen quadratmetergroßen Zielpunkt treffen und mit der Eierschale direkt den Boden berühren. Meine Installation hat als einzige alle Kriterien geschafft, was keiner vorher erwartet hatte – und ich am allerwenigsten. Die ganze Aktion war für mich allerdings weniger eine technische Leistung, sondern eher sowohl Kunst als auch Glück.

Westwind: Von beidem wünsche ich dir auch weiterhin reichlich und bedanke mich für das Gespräch.

Franz Kaslatter: Es war mir wie immer ein Vergnügen.