Gedenktafel für unsere verstorbenen Pfarrer

|   Print-Artikel

Die Stadt Innsbruck hatte für den im vergangenen Jahr verstorbenen Pfarrer Erich Gutheinz eine offizielle Ehrung beschlossen. Mit der Pfarre Allerheiligen wurde schließlich vereinbart, für alle drei verstorbenen Pfarrer am Kirchengebäude eine Gedenktafel anzubringen. Am Sonntag, 8.11. wurde diese Gedenktafel nach einem Festgottesdienst unter zahlreicher Beteiligung der Pfarrgemeinde von VBM Bielowski enthüllt.

Pater Karl Maria Weber galt als erster Priester in der damaligen Barackenkirche St. Georg. Von 1938 bis 1955 bekleidete er das Amt eines Pfarrvikars. Das NS-Regime machte ihm die Seelsorge in St. Georg nicht leicht, so mussten alle Veranstaltungen ausschließlich religiös und allgemein zugänglich sein, jede Nichtbeachtung wurde von der Gestapo mit Zwangsmaßnahmen geahndet. So war das Läuten der Kirchenglocken maximal drei Minuten vor Beginn des Gottesdienstes erlaubt. An Sonn- und Feiertagen durfte maximal dreimal geläutet werden, bei Hochzeiten, Taufen und sonstigen Gottesdiensten überhaupt nicht. Jede Tätigkeit der Pfarrjugend, so weit sie Jugendliche unter 18 Jahren betraf, war verboten.

Nachdem nach Kriegsende das kirchliche und pfarrliche Leben von allen Beschränkungen befreit war, begann für Pater Weber eine schöpferische Zeit. So wurden Baracken zum Kindergarten und Pfarrhaus umgebaut. Von der französischen Militärregierung erhielt er die Bewilligung, sich ein Motorrad anzuschaffen, damit er sein ausgedehntes Pfarrgebiet besser betreuen konnte.

Der Höhepunkt seiner Aufbautätigkeit war die Einweihung des Jugendheimes am 16. Oktober 1955, es war aber zugleich sein Abschied. Pater Weber ging in die Mission nach Belgisch Kongo. Vor fast genau vierzig Jahren, zu Allerheiligen (!) starb er, tags zuvor hatte ihn ein afrikanischer Rebell mit einem Speer tödlich verletzt.

Pater Markus Galler, sein Nachfolger, startete die Barackenzeit von St. Georg mit dem Ziel, eine "Anlage aus Stein" zu errichten, sechs Jahr später fuhren die ersten Planierraupen auf. Er war ein leidenschaftlicher Bastler, heute "Heimwerker" genannt, der überall Hand anlegte. Clemens Holzmeisters "Gottesburg" wurde erbaut, eine finanzielle Herausforderung, wie sie heute wohl nicht mehr möglich wäre. In der Pfarr-Organisation setzte er auf "Gremien", es wurde gemeinsam beraten, die Entscheidungen traf er jedoch immer selbst.

Nachdem P. Markus Galler in den Ruhestand getreten war, übernahm am ersten Adventsonntag 1980 nochmals ein Herz-Jesu-Missionar die Pfarre Allerheiligen, P. Johannes Hopfgartner. Er verließ jedoch nach vier Jahren auf eigenen Wunsch die Pfarre und übernahm die Leitung des Studentenheimes der Herz-Jesu-Missionare in der Frau-Hitt-Straße in Hötting. Heute lebt er im Ruhestand in Linz.

Mit dem Weggang von P. Hopfgartner musste der Orden die Betreuung der Pfarre niederlegen, und Allerheiligen wurde Diözesanpfarre.

Anfang Oktober 1984 kam Mag. Erich Gutheinz in die Pfarre und wurde am Sonntag, dem 7. Oktober, von Bischof Stecher feierlich in sein Amt als Pfarrer von Allerheiligen eingeführt. Gleichzeitig wurde er auch in den Bischofsrat berufen. Pfarrer Erich Gutheinz war zu diesem Zeitpunkt 42 Jahre alt.

Frau Gotlind Hammerer erinnert sich: Fast 19 Jahre lang haben wir an Pfarrer Erich einen außerordentlichen Hirten gehabt, der in großer Offenheit auf die Menschen zuging, dem alle Aktivitäten im Stadtteil wichtig waren und mit dem wir wunderbare Gottesdienste feiern durften. Was er sonst noch an Arbeit geleistet hat, als Caritasseelsorger, als Präses des diözesanen Büchereiwesens, in verschiedenen diözesanen Gremien und Projekten, und vor allem, wie vielen Not leidenden Menschen er ganz im Stillen geholfen hat, das konnten wir nur ahnen, denn er hat sich dessen niemals gerühmt.

Vom Spätherbst 2001 an mussten - oder durften - wir seine Krankheit und sein Sterben miterleben. Das war das letzte und große Geschenk, das er uns gemacht hat, war, dass er sich nicht aus der Gemeinde zurückzog, als sein Weg dem Tod entgegenging. So hat er uns ein unvergessliches Beispiel von Tapferkeit und Würde gegeben. Er hat nie geklagt und trotz allen Leidens immer wieder seinen Humor aufblitzen lassen.