Josef-Stapf-Straße

Erstellt von Franz Daxecker | |   Historisches

Diese kurze Straße liegt in der Lohbachsiedlung, sie zweigt nach der Kurve der Techniker-Straße nordwärts ab und führt bis zur Luis-Zuegg-Straße, wo sie bei der Brücke über den Lohbach endet. Parallelstraßen sind der Lohbachweg und die Negrellistraße. Vor dem Ausbau der Karl-Innerebner-Straße war die Fortsetzung der Josef-Stapf-Straße über die Lohbachbrücke bis zur Karl-Innerebner-Straße befahrbar. In der Josef-Stapf-Straße befinden sich ein Cafe und ein Fleischhauer.

Benannt ist sie nach dem Landecker Bauernsohn Josef Paul Stapf, der am 23. Jänner 1762 in Perjen in der "Riefen“ bei Landeck geboren wurde. Er war das jüngste von acht Kindern einer Bergbauernfamilie. Seine Begabung fiel auf, er kam ans Haller Gymnasium und studierte in Innsbruck Mathematik und Naturwissenschaften. 1783 kam er als Magister an die Theresianische Ritterakademie in Wiener Neustadt, später war er Mathematiker für das Münz- und Bergwesen in Prag. 1792 wurde Stapf noch Hofbauamtskontrolleur, das heißt, er hatte die Aufsicht über öffentliche Bauten.

1792 wurde er zum ordentlichen Professor für "Praktische Mathematik und Technologie“ (Ingenieurwissenschaften) an der neuen Lehrkanzel in Innsbruck ernannt, die auf seinen Vorschlag hin nach dem Prager Beispiel errichtet wurde. Stapf unterrichtete 17 Jahre lang zahlreiche technische Fächer: Mathematik, darstellende Geometrie, Vermessungswesen, Mechanik, Hydraulik, Wasserstraßen- und Brückenbau, Bauplanung, Militärarchitektur, Forstwesen, Kriegskunst und Eisenverarbeitung. Stapf schrieb eine Studie über die Trockenlegung der Sümpfe zwischen Bozen und Meran. Seine Vorlesungen waren äußerst beliebt, im Jahr 1800 wurde er Rektor der Universität. Stapf ernannte den in der Steiermark wie in Tirol beliebten Erzherzog Johann von Österreich, der sich auch an der Abwehr der Bayern beteiligt hatte, ehrenhalber zum "Rektor Magnificentissimus et Perpetuus“ der Innsbrucker Universität. 1803 heiratete Stapf, von seinen vier Söhnen überlebten zwei, die ihren Vater aber kaum mehr kannten. 1805 war er bereits schwer krank und hielt seine Vorlesungen in der Wohnung. Stapf hat sich zu Tode gearbeitet, er starb am 16. Oktober 1809 in Innsbruck, an seinem Begräbnis nahm auch Andreas Hofer teil. Mit Stapf ging eine Zeit zu Ende, in der die Ausbildung praxisorientiert und für jede Aufgabe gerüstet war, die Beamten mussten für das Wohl der Bürger universell vorbereitet sein.