Jung und schwierig?

Erstellt von Elisabeth Hauser, Beratungsstelle KIST | |   Print-Artikel

So sehr wir Erwachsenen dazu neigen, "die Jugend" mit all ihren Attributen körperlicher und mentaler Fitness zu verherrlichen, so schnell sind wir dabei, wenn es darum geht, "die Jugendlichen" als bedrohliches Konfliktpotenzial ins Aus zu drängen. Hier ist es wichtig zu unterscheiden: Die schwierige Lebensphase, in der sich die Jugendlichen befinden, macht einen Gutteil dessen aus, was den einzelnen Jugendlichen oder auch eine Gruppe von ihnen zu so fremdartigem und negativ auffallendem Verhalten treibt.

Überlegen wir, welche psychischen Entwicklungsaufgaben Jugendliche zu leisten haben, dann sollten wir respektvoll anerkennen, was sie täglich bewältigen müssen:

Hier nur eine knappe Auswahl dessen, was in dieser Lebensphase alles gelingen sollte, an deren Ende immerhin ein erwachsener Mensch als Ziel gedacht ist:

 

  • Vertraut werden mit einem völlig veränderten biophysischen Körperschema
  • Entwicklung einer weitgehenden Autonomie und Unabhängigkeit von den Eltern
  • Entwicklung einer eigenständigen psychosexuellen Identität als Mann oder Frau
  • Berufliche Identitätsfindung
  • Ablösung von der Familie
  • Partnersuche und Schritte in die Gesellschaft ...

Das alles kann einen Jugendlichen und alle, die mit ihm zu tun haben, schon mehr oder weniger aus dem Gleichgewicht bringen.
Aber eines ist gewiss: Es gibt Licht am Ende des Tunnels.

Wissen wir das nicht von uns selbst am besten?!