Kindsein heute

Erstellt von Werner Schreyer, KIST 74 | |   Print-Artikel

JUGEND ÜBT SICH FRÜH IM TRINKEN

0:0 1-10-2001Unter diesem Titel wurde vor wenigen Tagen eine neue, vom „Institut für Kinderrechte“ beauftragte Studie für Österreich veröffentlicht. Das Ergebnis ist ernüchternd: 90 Prozent der noch nicht 16-Jährigen trinken. 50 Prozent der Achtjährigen hat schon „was getrunken“. Zehn Prozent der Elfjährigen trinken zumindest einmal pro Monat alkoholische Getränke (siehe Grafik unten).

Alkohol wird als wesentlicher Teil unserer Lebenskultur empfunden und gilt gesellschaftlich als harmlos, ganz im Gegensatz zu anderen Drogen. Bei Feiern gibt es das Einstiegsgetränk oft gerade von den Eltern angeboten (das Glas Sekt zu Silvester, Weihnachten, Geburtstag, etc.) – Initiation in die Erwachsenenrolle, gewünscht und – besonders bei Burschen - fast schon erwartet.

In Hötting-West hat der hier ansässige "Sozialarbeitskreis“ ebenfalls immer wieder beobachtet, dass für unsere Jugendlichen im Stadtteil von Betreuerseite weniger die so genannten „harten“ Drogen als Problem gesehen werden, sehr wohl aber der Alkohol. Regina Eller vom Sprengelzentrum Hötting-West hat deshalb mit PartnerInnen eine Arbeitsgruppe zu diesem Thema ins Leben gerufen. MultiplikatorInnen und/oder Interessierte werden in dieser Gruppe noch gerne aufgenommen (Info Tel.: 28 56 70, Di - Fr 10.00 bis 12.00 Uhr, oder 0664/6254209)

Am Dienstag, 13. November um 20 Uhr (Sprengelzentrum Hötting-West) haben Sie Gelegenheit, zum Thema

"Wer noch nie einen Rausch gehabt hat, ist kein rechter Mann (oder Frau?)! – Was sagen Sie als Eltern dazu?“

mit Dr. Fraidl, praktischer Arzt, Diakon Heribert Steiner als ehemals Betroffener und Gerhard Schietz, Sozialarbeiter vom DOWAS ins Gespräch zu kommen. Hören Sie sich an, was diese Fachleute zu sagen haben und stellen Sie Ihre Fragen.

Apropos Eltern: Die Tatsache, dass offensichtlich nicht alle Kinder und Jugendlichen in gleichem Maße gefährdet sind, hängt nicht unwesentlich auch davon ab, ob Kinder in der Erziehung und im familiären Zusammenleben gelernt haben, wie man mit Frust, Druck und Spannungen umgehen kann. Wer damit nicht fertig wird, steht in großer Gefahr, in Realitätsverweigerung, Sucht und Berauschung auszuweichen, und das kann fatale Folgen haben. So ist zu hoffen, dass die unerfreulichen Ergebnisse der genannten Studie Anlass vor allem auch für die Erwachsenen sind, sich vermehrt mit dem Thema Alkohol auseinander zusetzen.