Kolpinghaus Innsbruck - ein offenes Haus für alle

Ich sitze im Regieraum des Kolpingsaales und erfreue mich am bunten Treiben vor mir. Eine afrikanische Hochzeit mit ungefähr 200 Gästen findet heute hier statt. Ausgemacht waren allerdings nur 100 BesucherInnen, aber was soll’s. Frauen in farbenprächtigen, edlen Seidengewändern, schwarze Männer in eleganten Anzügen oder in ihren traditionellen afrikanischen Gewändern beleben unseren Saal. Dazu laute Musik, die in unseren Ohren etwas ungewohnt klingt und natürlich, fast alle BesucherInnen tanzen. Ein Lärmpegel, der recht hoch ist; Jeder kennt und palavert mit Jeden. Als Ehrengast hat uns heute ein Botschafter besucht, ich durfte ihn begrüßen. Das neue Innsbrucker Kolpinghaus wurde vor 22 Jahren erbaut und mit einem schönen Saal ausgestattet. Gedacht und konzipiert wurde dieser Raum als Veranstaltungs- und Theatersaal. Eine Bühne mit diversen Nebenräumen, Kinobestuhlung für ca. 300 Personen und eine Tischbestuhlung für 180 Gäste, eine Lautsprecherund Lichtanlage sowie diverse technische Einrichtungen stehen uns zur Verfügung. Vor 2 Jahren wurden unsere Schallschutzfenster um viel Geld erneuert und lassen jetzt auch den Lärm von ganz lauter Musik nicht nach außen dringen. Die neue Verdunkelungsanlage ermöglicht es uns auch am Tag den Saal abzudunkeln. „Ein offenes Haus für Alle“ und eine deutliche Steigerung des Bekanntheitsgrades habe ich mir, als ich vor etlichen Jahren die Arbeit im Haus begann, vorgenommen. Inzwischen kennen und besuchen uns viele InnsbruckerInnen oder halten hier ihre Veranstaltungen ab. Im letzten Jahr waren unsere Räumlichkeiten ca. 230 mal gebucht. Natürlich nicht nur große, afrikanische Hochzeiten auch kleine Zusammenkünfte, Bälle, usw. werden hier abgehalten. Ganz wichtig ist mir, dass allen Vereinen des Stadtteils bei uns die Möglichkeit geboten wird ihre Events zu veranstalten. Der Bogen spannt sich von Kunstund Verkaufsausstellungen über türkische Hennafeste, Fastenbrechen unserer muslimischen Freunde, Büchereileitertagungen, Flohmärkte bis hin zur Kolpinggeneralversammlung und zu den regelmäßigen Familienmessen. Bei uns wird wieder Theater gespielt. In guter, alter Kolpingtradition hat sich unsere Theatergruppe neu zusammengefunden und mit dem Stück „Der Trauschein“ von E. Kishon einen bemerkenswerten Start hingelegt. Die neue Breinösslbühne spielt seit einem Jahr bei uns, möchte hier ihre permanente Spielstätte einrichten und ihre zahlreichen BesucherInnen erfreuen. Für Hötting- West endlich auch ein interessantes kulturelles Angebot. Die Musikkapelle Allerheiligen spielt ihr alljährliches Frühjahrskonzert. Unser Hausorchester, das „Orchester der Musikfreunde Innsbruck“, hält jede Woche ihre Proben ab und erfreut uns mit wunderschönen Konzerten. Es hat sich schon herumgesprochen, dass der Kolpingsaal eine sehr gute Akustik hat, deshalb musizieren und proben hier im Sommer immer wieder Chöre und Musikgruppen, die dann ihre Auftritte in größeren Sälen absolvieren. „Tanz die Toleranz“, eine Veranstaltung des Innsbrucker Tanzsommers wurde heuer zum zweiten Mal mit großem Erfolg in der Dogana aufgeführt. Die Proben dazu fanden im Kolpinghaus statt. Es ist jedes Jahr ein eindrucksvolles Erlebnis, 70 bis 80 junge Menschen beim 4- wöchigen Training mit dem Tänzer und Choreographen Josef Eder zu beobachten und zu sehen wie eine Tanzproduktion entsteht. Dass Tanzen bei uns einen großen Stellenwert hat, sieht man auch daran, dass jeden Montag ein Training des Modetanzes „Zumba“ und ein mal im Monat ein Wettkampftraining für Profis stattfindet. Vor etlichen Wochen sagte eine Innsbrucker Stadtpolitikerin zu mir „Gott sei Dank haben wir in Hötting- West das Kolpinghaus, denn hier ist der wirkliche Mittelpunkt und das eigentliche Zentrum dieses Stadtteils“. Wir werden uns bemühen diesem Ruf und Auftrag auch weiterhin gerecht zu werden.