Leopold-Knebelsberger-Weg

Der Leopold-Knebelsberger-Weg beginnt als zweieinhalb Fuß schmaler Steig an der Bundesstraße gegenüber dem Gasthaus Kranebitten und führt nach Norden am Westrand der Wiese weiter, auf der zurzeit der geplante Kirchenbau ausgesteckt ist. Der Weg geht dann in eine befahrbare Straße über, die Zufahrt ist

über den Kranebitterbodenweg von der Klammstraße her. Von dort geht der Weg weiter am Ostrand des Spielplatzes, biegt nach rechts in die Anna-Dengl-Straße, die nach wenigen Metern in die Klammstraße mündet.

Leopold Knebelsberger wurde am 15. September 1814 in Klosterneuburg geboren. Sein Vater war in St. Martin, einer zum Augustiner-Chorherren-Stift gehörenden Pfarre, 65 Jahre als Mesner, Lehrer und Organist tätig, von ihm erhielt der Sohn den ersten Musikunterricht. In Wien erhielt er Unterricht in Kompositionslehre und Violine. Seinen Lebensunterhalt musste er sich bald durch Unterricht und Unterhaltung in Gasthöfen verdienen. Knebelsberger hatte eine große Musikalität, Witz, Lebensfreude, Talent zum Manager und konnte gut unterhalten, er spielte mehrere Instrumente und hatte eine gute Bass-Stimme. Mit seiner Frau Anna, geb. Hellmich, unternahm er zahlreiche Konzertreisen. Die 10 Kinder kamen in Preßnitz, Hamburg und Warschau zur Welt.

1844 entdeckte Knebelsberger den Text von Julius Mosens „Sandwirt Hofer“ in einer Dresdner Zeitung und komponierte dazu die Melodie. Es gibt Vermutungen, dass die Komposition aus schon vorhandenen Motiven entstanden sei, z.B. aus dem Klavierkonzert in C von L. v. Beethoven, in dem einige Takte im 2. Satz daran erinnern.

Auf seinen Tourneen sang er überall dieses Lied, es fand weite Verbreitung als Volkslied, als Marsch und als Hymne: als Vorbild für die Treue und als Widerstand gegen die Unterdrückung.

1921, nach der Trennung von Süd- und Nordtirol, erinnerte man sich wieder an das Lied. Heute gilt das Lied "Zu Mantua in Banden" als Tiroler Landeshymne.

1923 wurde die Melodie als Marschmusik dem Alpenjägerregiment Nr. 12 übertragen.

1989 wurde von einer Kapelle der damaligen DDR-Volksarmee ebenfalls die Marschversion gespielt - wohl in Unkenntnis des Symbolgehaltes. Auch eine russische Version existiert.

Knebelsberger starb am 30. Oktober 1869 mit nur 55 Jahren auf einer Konzertreise in Riga an einem Schlaganfall. Keine von seinen ca. 270 übrigen Kompositionen fand große Verbreitung. Seine Söhne erlernten ein Handwerk, seine Töchter und Enkelkinder waren ebenfalls sehr musikalisch und wanderten durch die halbe Welt.

Im Jahr 1964 wurde in Klosterneuburg ein Denkmal für Knebelsberger enthüllt: es zeigt einen Tiroler Adler aus Gusseisen auf einem Stein, als Symbol für die Trennung von Tirol ist zwischen den Fängen der Stein gespalten. Zur Feier der Enthüllung kamen zahlreiche Nachkommen Knebelsbergers und viele Trachtengruppen. Eduard Wallnöfer, Silvius Magnago und Leopold Figl hatten den Ehrenschutz übernommen

Lit.: Magda Strebl: Der Komponist des Andreas-Hofer-Liedes. Leopold Knebelsberger aus Klosterneuburg, Kulturerbe und Bibliotheksmanagement, Festschrift für Walter Neuhauser zum 65. Geburtstag am 22. September 1998, S. 393 – 405, Innsbruck 1998.