Nachlese zur "Wirtin" im Stadl

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Es war ein lauer Sommerabend, als sich ein kleines Team der Redaktion neugierig und erwartungsvoll zusammenfand, ein zum ersten Mal präsentiertes Angebot des Kranebitterhofs wahrzunehmen: Zusammen mit der Innsbrucker Leobühne organisierten die Wirte die „Kultur im Stadl" und aufgeführt wurde das Theaterstück „Die Wirtin", das Peter Turrini nach dem Original „Mirandolina" von Carlo Goldoni neu verfasst hatte. Inhaltlich führte uns das Stück nach Mittelitalien, genauer gesagt, ins Florenz des 18. Jahrhunderts. In einem Gasthaus führt die umschwärmte, junge fesche Wirtin Mirandolina ein strenges Regiment, sodass der in sie verliebte Kellner Fabrizio zu einer List greift, um seine Nebenbuhler, zwei versnobte Adelige, auszustechen. Mirandolina selbst lässt ihre weiblichen Reize spielen, um einen frauenfeindlichen Cavalliere eines Besseren zu belehren. Das Ensemble der Leobühne bescherte uns launig- erfrischend und temperamentvoll gespielt in der manchmal derb anmutenden Sprache Turrinis ein Stück, das sich bestens in den Kranebitter Stadl eingefügt hat. Denn das kulinarische Angebot für das Publikum hat gut gemundet und das landwirtschaftlich angehauchte „Odeur", das uns zeitweise in die Nase kroch, war nicht weiter störend, beides hat atmosphärisch zum Theaterabend und dessen Inhalt gepasst. Dass am Schluss die „wahre" Liebe (zwischen Mirandolina und Fabrizio) bejubelt wurde, war nicht schwer zu erraten. Wie wir vom Geschäftsführer, Herrn Guido Gamauf, erfahren konnten, ist auch für den kommenden Sommer wieder ein „Stadl"-Theaterstück angedacht. Lassen wir uns überraschen welches kulturelle Schmankerl wir dann serviert bekommen werden.