Rauchen, Saufen, Kiffen - normal oder Skandal? (1)

Teil 1: Ausgangslage

Die Jugend war, ist und wird wohl immer der Lebensabschnitt sein, in dem besonders viele neue Erfahrungen gemacht werden und allerlei erprobt wird. Hierzu gehört auch der erstmalige Konsum von Tabak, Alkohol und teilweise auch illegalen Drogen. Die Situation in Tirol unterscheidet sich hierbei kaum von unseren Nachbarländern.

Unsere Jugendlichen rauchen gerne: Während bei den Burschen der Konsum in den letzten Jahren leicht gesunken ist, haben die Mädchen den ihren deutlich gesteigert und liegen damit europaweit im "Spitzenfeld". Das von der Werbung geschickt aufgebaute Image der
emanzipierten und erotischen jungen Raucherin wirkt offensichtlich.

In Bezug auf den Alkohol machen zur Zeit, wie bereits mehrfach in den Medien berichtet, die sogenannten Alkopops Probleme. Die für die Zielgruppe der Jugendlichen entwickelten und vermarkteten alkoholischen Mixgetränke fördern den frühen Einstieg in den Alkoholkonsum und dürften mit ein Grund sein für die zuletzt deutlich steigende Zahl an Alkoholvergiftungen bei Jugendlichen.

Die Situation bei den illegalen Drogen ist relativ stabil. Eine Ausnahme stellt Cannabis dar, welches seit Jahren in ganz Europa vermehrt konsumiert wird. Ca. 20-25% der Gesamtbevölkerung in Europa haben zumindest einmal einen Joint geraucht, bei den 17jährigen Tiroler Jugendlichen sind es ca. 16%. Wie ist diese Entwicklung zu beurteilen? Einerseits besteht kein Anlass zur Dramatisierung. Cannabis ist dem aktuellen Forschungsstand nach keine Einstiegs- bzw. Schrittmacherdroge für den Konsum harter Drogen. Andererseits wäre es auch verfehlt, Cannabis als völlig unproblematisch
oder gar "gesund" einzustufen, wie das passionierte Kiffer gern tun. Abgesehen vom Konflikt mit dem Gesetz ist die Entwicklung vor allem psychischer Folgeprobleme durchaus möglich.

Eltern stehen daher vor der Herausforderung, auf die etwaigen Experimente ihrer pubertierenden Kinder richtig zu reagieren. Patentrezept hierfür gibt es natürlich keines, wohl aber bestimmte Hinweise, die hilfreich sein können.

Mit diesen werden sich zwei weitere Beiträge in den nächsten Ausgaben des WESTWIND befassen.

Teil 2: Wie erkenne ich, ob mein Kind suchtgefährdet ist?

Teil 3: Das erste Gespräch im Problemfall und die nächsten Schritte