Regina Steineggers soziales Engagement im Stadtteil – eine Ära geht zu Ende

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Vor mehr als 10 Jahren, im Mai 1999, übernahm Regina Steinegger die Leitung der damaligen „Sozialstation Hötting-West“ im „Sozial- und Gesundheitssprengel Innsbruck“. Reginas offizielle Bezeichnung war „Stadtteilkoordinatorin“, ein Titel, der alles oder nichts bedeuten konnte. Regina erfüllte die Worthülse mit buntem und blühendem Leben. Im ersten Jahr konnte sie ihre Arbeitsstätte gar nicht benutzen, wegen Schimmelbildung musste sie gründlich saniert werden. Ihr Büro wurde im Kolpinghaus untergebracht. Einen Vorteil hatte die Sache, Regina konnte bei der Ausstattung der Räume mitreden. Sie fühlte sich rasch heimisch in einem Stadtteil, in dem Zusammenarbeit über alle Grenzen der Gesinnungen, Parteien und Glaubensrichtungen hinweg gepflegt wird. Reginas Sozialzentrum hatte für alle Menschen stets offene Türen und bot für jedes Anliegen eine niederschwellige Anlaufstelle. Die Spielgruppe der „Kranewittchen“ wurde hier ins Leben gerufen und eine Zeitlang untergebracht. Regina war Mitbegründerin von „Dein Nachbar- Lohbach“ – inzwischen eine preisgekrönte Organisation – und den Begegnungstreffen von Frauen auch mit nicht österreichischen Wurzeln. Bei der Organisation und Durchführung der größeren Feste wie der beiden Willkommensfeste, außerdem bei „Zuagroast in Hötting-West“ sowie der beiden Weltfrühstücke konnte man immer auf sie zählen. Sie hat die Gabe, interessante Menschen anzuziehen, die Vorträge, Seminare und Kurse bei ihr hielten: Musikgymnastik für Frauen, Schüßlersalze, Yoga, offener Mutter-Kind-Treff, Bastelkreis, Seniorenausflüge, ein Besuch bei der Stadtgärtnerei waren nur einige der unterschiedlichen Angebote. Über ihren Werdegang befragt, erzählt Regina: „Ich bin in Seefeld aufgewachsen, mein Vater Walter war zu seiner Zeit ein recht bekannter Schispringer, auf den ich sehr stolz bin. Meine Mutter hat mir das soziale Engagement vorgelebt, sie hat die Hauskrankenpflege erlernt, den Sprengel in Seefeld mit aufgebaut sowie die dortige ‚Hoangartstuben‘ für SeniorInnen. Mein Sohn hat wohl dieses soziale Gen geerbt, er arbeitet bei der Rettung, unter anderem in der Tauchergruppe. Es war eine schöne und interessante Zeit hier im Stadtteil, aber nach 10 Jahren intensiver Arbeit genieße ich jetzt meine Altersteilzeit mit 22 Wochenstunden. Ich bin in der mobilen Sozialarbeit in Mühlau, Arzl und im Saggen tätig.“ Auf meinem Nachtkästchen liegt ein kleines Geschenk von Regina an mich: ein Stein, darauf steht das einfache Wort „Wärme“. Dieses Geschenk hat sie allen gemacht, die im Stadtteil mit ihr zu tun hatten, und sie wird es sicher auch in ihrem neuen Wirkungskreis machen: Wärme, menschliche Wärme.