Reizthema Innverlegung

Was bringt die - mit auffallend vielen "Zuckerln" schmackhaft gemachte - Innverlegung für Hötting-West?

Sicherheit (?): Darüber sind sicher alle einer Meinung - Sicherheit muss Vorrang haben! Wenn das von der Luftfahrtbehörde empfohlene Pistenvorfeld von 150 m verbindliche Norm wird, dann müsste eventuell die Innverlegung kommen. Seitens des Flughafens wird versichert, dass die Piste dabei nicht verlängert wird. Es ist jedoch - laut Masterplan - beabsichtigt, den Aufsetzpunkt zu verschieben, dadurch verlängert man indirekt die Piste. Auch konnten bisher manche Maschinen nur teilbetankt starten, um das Abfluggewicht nicht zu überschreiten.

"Sicher" scheint hier vor allem eine bessere Auslastung des Flughafens zu sein! (Zur Sicherheitsfrage siehe auch Beitrag links)

Naherholungsgebiet (?): Dazu VBM Sprenger: "Die Innverlegung ist kein Problem. Aus heutiger Sicht fließt der Inn in einem völlig unakzeptablen Kanal. Jeder ökologisch gesinnte Politiker müsste geradezu fordern, dass der Inn zurückgebaut wird. Man hat die Chance, ein Stück aus zweiter Hand zu schaffen." VBM Sprenger spricht von einer ?weichen Au? mit Erlen, Weiden, Pappeln, Ulmen, Eichen usw.

Es klingt beinahe so, als könne man den Bescheid der Zivilluftfahrtbehörde kaum erwarten, um dem Inn endlich seine Naturnähe zurückgeben zu können. Erwähnt wird nicht, dass sich diese Bäume in der Einflugschneise befinden werden.

Radwegbrücken (?): VBM Sprenger schlägt vor, zwei Brücken zu bauen, um den Radweg nicht am Ende der Piste vorbeiführen zu müssen. Die Pionierbrücke aus dem O-Dorf soll beim alten Mauthaus errichtet werden.

Wunderbar! Indem die zuständigen Politiker auf diese Möglichkeit verweisen können, besteht nun keine Dringlichkeit mehr, das leidige Problem Radweg Innsbruck-Völs anzupacken. Das rentiert sich nicht mehr ...

Frequenzsteigerung (?): Der kaschierte Ausbau kann bedeuten: vollgetankte größere Maschinen, zusätzliche Destinationen, NATO-Tauglichkeit usw. Alles deutet auf Kapazitätserweiterung hin.

So erfreulich ein wirtschaftlicher Aufschwung für den Innsbrucker Flughafen ist, sollte man doch nicht aus den Augen verlieren, wer dies alles (mit)finanziert. Ist der immense Einsatz von Steuergeldern hier gerechtfertigt? Ist ein Mehr an Touristen Anlass genug für ein Bauvorhaben dieser Größenordnung, können wirtschaftliche und/oder technische Sachzwänge die Verlegung eines Flussbettes rechtfertigen?

"Regionalflughafen" (?): Für den "Regionalflughafen" Innsbruck wird für die nächsten Jahre eine 60 %ige Steigerung im Linien- und Charterverkehr prognostiziert.

Das bedeutet: auf die Bewohner der Flughafenumgebung kommt ein Mehr an Flugbewegungen, Zubringerverkehr, Probeläufen und Lärmbelästigung zu.

Zitat aus dem Masterplan 1998: "Die Ausbauplanung muss sich an den Bedürfnissen der Bevölkerung des Einzugsgebietes orientieren. Es sollen keine großen Expansionspläne verfolgt werden, sondern im Sinne eines qualitativen Wachstums hat eine selektive Ausweitung des Flugangebotes und des Passagierkomforts unter Einbeziehung aller Sicherheits- und Umweltaspekte zu erfolgen. Die Kapazität der Start- und Landebahn ist nach wie vor durch die Topographie und die hier erforderlichen Anflugverfahren begrenzt."

Soweit die Absichtserklärungen des Innsbrucker Flughafens. Sind die aktuellen Pläne damit vereinbar?