Themenschwerpunkt: „Flucht, Asyl, Migration, Integration“

Erstellt von Mag. Knoll Anneliese (HBLA-WEST) | |   Print-Artikel

Auf Grund der immer intensiver werdenden Flüchtlingsströme nach Europa und damit auch in unser Land wurde zu diesem Thema im heurigen Schuljahr der HBLA-WEST ein Lese- und Unterrichtsprojekt durchgeführt, welches mit einer umfangreichen Ausstellung zu den Themen „Flucht, Asyl, Migration, Integration“ startete. Zentrum dieser Ausstellung bildeten 12 farbige Tafeln der Wanderausstellung „Gott hat den Fremdling lieb“, welche uns freundlicherweise von der Österreichischen Bibelgesellschaft zur Verfügung gestellt wurden. Auf diesen Tafeln wurden die biblischen Herausforderungen im Umgang mit Fremden zur Sprache gebracht. Die Schicksale „prominenter“ Fremder in der Bibel von Abraham und Sara über Josef, Mose und Ruth bis zu Jesus und den ersten Christen wurden in einem ersten Teil der Ausstellung nachgezeichnet. Bleibend aktuelle biblische Gebote zum Schutz der Fremden bildeten einen zweiten Teil der Ausstellung. Im dritten Teil wurde das biblische Konzept der Gastfreundschaft entfaltet. Zusätzlich informierten 19 weitere Tafeln über Fluchtgründe, Asylverfahren, Hilfsorganisationen und Statistiken zu Asyl und Migration. Außerdem konnte man bei einem von einer Schulklasse des BRG in Schwechat entworfenen und sehr berührenden Flüchtlingskreuzweg einen Einblick gewinnen in den Leidensweg von Flüchtlingen, die nach oft jahrelangem Aufenthalt aus unserem Land abgeschoben werden.

Von der Nord-Süd-Bibliothek in Innsbruck durften wir für fünf Monate kostenlos einen Migrationskoffer mit sehr guten Sachbüchern, Biographien, Romanen und Filmen zu diesen Themen entlehnen. Zwei Deutschklassen nutzten dieses Angebot und behandelten die Schicksale flüchtender Menschen in Form von Buchvorstellungen.

Am 26. September vergangenen Jahres, am „Langen Tag der Flucht“, hatten zwei Klassen die Möglichkeit, am „Stationentheater durch den Asyldschungel“ teilzunehmen und auch bei einem Besuch mit anschließenden Gesprächen den Alltag im größten Flüchtlingsheim Tirols in der Reichenau näher kennen zu lernen.

Im Laufe des Schuljahres konnten wir auch ehemalige Flüchtlinge aus dem Iran, aus Afghanistan und der DR Kongo einladen, die uns bereitwillig über ihre Erfahrungen als Flüchtlinge unterwegs und in Österreich erzählten.

Dieses Unterrichtsprojekt hatte das Ziel, unsere jungen Menschen ein wenig für diese Thematik zu sensibilisieren. Während viele Menschen in unseren Breiten nur freiwillig oder gar nicht umziehen müssen, sind viele, viele andere nicht in dieser Lage. Sie werden vertrieben, ausgestoßen, verfolgt. Sie rennen und kämpfen um ihr Leben. Sie verlassen ihre Heimat, weil sie die Hoffnung haben, an anderer Stelle sicher zu stranden. Und für manche ist es ein letzter Ausweg, ein letzter Versuch, eine wirklich oder vermeintlich letzte Chance, dem Hunger, der Armut, dem Tod zu entrinnen. Und wieder andere werfen das Wenige, das sie haben, in die Waagschale, um für ihre Kinder eine bessere Zukunft zu bekommen, an einem anderen Ort.

Die Not der Menschen, die als Flüchtlinge unter uns leben, ist groß. Wir könnten helfen, ihre Not zu lindern, und manches Mal noch mehr, indem wir ihnen hier ein Stück Heimat bieten.

Schülerinnen besuchen die Ausstellung. Foto: HBLA-WEST