Unbekannter Nachbar Lohbach und seine Bewohner: Fiffi und Heidi

Am Vögelebichlgießen gibt es zwei seltene Vögel, nämlich die indische Laufente Fiffi, die schon seit vielen Jahren mein Haustier ist und den Bach entlang schwimmt (sie kam sogar bis in die neue Lohbachsiedlung und schwamm durch den Betontunnel) und ihre Gefährtin Adelheid (Heidi). Fiffi ist mir vor vielen Jahren zugeschwommen und wurde zuerst von der Stockentenschar nur geduldet. Danach eroberte sie sich einen Platz und durfte in deren Verband leben. Sie war sehr auf mich bezogen und erzählte mir mehrmals am Tag in der Entensprache, was sie bewegt. Ein Problem ergab sich dann im Winter. Die Stockenten flogen wegen des drohenden Einfrierens der Wasseroberfläche zum Inn und Fiffi blieb alleine zurück. Sie schrie dann am späten Abend nach den anderen Tieren und fuhr hin und her, aber umsonst. Dazu muss man wissen, dass indische Laufenten nie alleine gehalten werden dürfen, da sie sehr unter der Einsamkeit leiden. Nun, woher ein zweites Tierlein nehmen? Nach manchem Suchen bekam ich also das weibliche Pendant Heidi aus Münster/Westfalen. Es handelt sich um ein schönes grün-schwarz schillerndes jugendliches Tier mit viel Temperament. Unter den Laufenten vertragen sich diejenigen am besten, welche die gleiche Farbe haben. Sie ist deswegen gleich gefärbt wie der ruhige Fiffi, lief mir nach der Ankunft schnell aus dem Keller und stürzte sich mit lautem Hilfegeschrei in den Bach, wo sie sich am Nachmittag scheu im Gebüsch versteckte. Am Abend schwammen Fiffi und Heidi schon nebeneinander und Fiffi hatte nur mehr Augen für Heidi und fortan sollte er sich vor allem mit ihr unterhalten. Am nächsten Tag brachte er sie zum Fressen mit. Er lehrte ihr auch alle Sachen, welche ein Zuchttier für den Aufenthalt im Lohbach braucht, wie beispielsweise, sich richtig einzufetten. Lauf- und Stockenten bekommen eine Mischung aus Entenkorn und Semmelbrösel in Breiform. Sie mögen es, wenn man dabei mit ihnen spricht, antworten während des Fressens und halten Augenkontakt. Wenn sie zufrieden sind, schnarren die Laufenten, - so wie Katzen schnurren. Eigentlich sollten sie Nachtschnecken fressen, aber das tun die zwei nicht, sondern spucken diese wieder aus. Gerne frisst der Erpel die Stachelbeeren vom Strauch. Des weiteren nehmen sie aus dem Gießen Erde zur Verdauung auf, sowie Plankton nach Art der Stockenten. Vor Gefahren werden die Enten von den Amseln und Krähen gewarnt, denn sie verstehen deren Sprache. Wenn sich die Fiffis freuen, mich oder meine Eltern zu sehen, flattern sie mit den Flügeln. Als Pärchen mochten sie auf einmal die Stockenten, von denen bei mir auch einige handzahm wurden, nicht mehr leiden und jagten diese im Wasser unter Kriegsgeschrei hin und her. Schlussendlich mussten diese Reißaus nehmen und saßen dann entweder auf dem Misthaufen oder dem Nussbaum, was wahrhaft ein ungewöhnlicher Anblick war. Seit einem dreiviertel Jahr vertragen sie sich plötzlich wieder bestens, nachdem eine Stockente, mit der sie befreundet sind, vermittelnd eintrat. Fiffi wartet immer, bis Heidi sich satt gefressen hat, danach frisst er erst ein paar Happen. Einmal wollte ein großer Schäferhund sie beide schlagen, ich konnte aber in letzter Minute dazukommen und eingreifen. Beide Vögel flüchteten in verschiedene Richtungen, Heidi schwamm vor Schreck immer im Kreis, während der Fiffi hinter jedem Grasbüschel nach seinem Tierlein verzweifelt suchte. Das gab ein Hallo, als sie sich nach ein paar Stunden wieder trafen! Beide Laufenten sind sehr selbständig und erzählen mir in ihrer Sprache, wie es ihnen geht. Gerne halten sie sich auch in den Thujen, im Garten und am Misthaufen auf. Wenn sie Hunger haben und der Futternapf steht nicht da, warten sie schon neben der Stiege und rufen laut. Im Gefolge kommen dann auch die Stockenten. Man hat sehr viel Freude mit diesen liebenswerten Tieren.