Was ich schon immer sagen wollte...

Der Advent ist ja traditionell nicht nur die Zeit der Stille und der Besinnlichkeit (oder der Hektik und des Schenkenmüssens?), sondern auch die Saison für Bazare, deren Erlös einem guten Zweck dient. Meist sind es Frauen, die Organisationstalent, viel Zeit, Kreativität und großes hausfrauliches Können einsetzen und damit Freude bereiten: sowohl den KundInnen als auch den Leuten, die vom Geldsegen profitieren.
Wird die Arbeit der vielen ehrenamtlichen HelferInnen gelobt, so gibt es oft die eine Antwort: "Aber das mache ich doch gerne!" Schwingt da etwa die Auffassung mit, wenn ich etwas gerne mache, brauche ich nicht noch bedankt, gelobt oder gar bezahlt werden? Ist es dann weniger wert?
Wie steht es damit im Berufsleben?
Welcher Ärztin oder welchem Krankenpfleger möchte ich mich lieber anvertrauen? Einer Person, die ihrer Tätigkeit ungern nachkommt, auf Feierabend, Urlaub und Pension wartet?
Oder einem Menschen, der seinen Beruf mag, seine Freizeit auch für Fortbildung verwendet und den Patienten in den Mittelpunkt stellt?
Wer wird wahrscheinlich tüchtiger sein und wem würde ich als ArbeitgeberIn mehr bezahlen?
Parallel dazu ist es umso besser, wenn die HerstellerIn von delikatem Konfekt oder kunstvollem Christbaumschmuck diese unbezahlte Arbeit mit Freude getan hat! Dann gilt nicht mehr die Abschwächung "eh gerne", sondern Können, Arbeitslust und Nächstenliebe bilden ein sich gegenseitig befruchtendes Ganzes, das auch berechtigten Stolz zulässt.
Mit diesen Gedanken über den Wert der Arbeit verabschiede ich mich bis zur nächsten WESTWIND-Ausgabe.
Schönen Advent, frohe Weihnachten, ein gutes Neues Jahr und einen lustigen Fasching wünscht Euch
Eure Lilli von La Sorella