Wintercharter, Eurofighter, Businessfliegerei und kein Lärmschutz in Sicht

Die letzte Mikrozensus-Erhebung des Statistischen Zentralamts zu „Umweltbedingungen beim Wohnen“ brachte es zutage: 38,9 Prozent der Befragten gaben an, durch Lärm beim Wohnen gestört zu sein. Das sind um fast ein Drittel mehr als 2003. Während sich österreichweit 6,5 Prozent von Fluglärm beeinträchtigt fühlen, sind dies in Innsbruck 18 Prozent. Dieser Prozentsatz wird sich auch auf Grund der vermehrten Eurofighter- Besuche sicher erhöhen. Die AIA wandte sich daher an Minister Darabos mit der Bitte, von Eurofighter-Einsätzen im Stadtgebiet von Innsbruck, die nicht dem Abwenden einer direkten Gefahr für die Sicherheit des Landes dienen, künftig Abstand zu nehmen, da jeder Flug über 100 dB für die durch den derzeitigen Flugverkehr ohnehin schon in ihrer Lebensqualität massiv beeinträchtigte Bevölkerung einer zu viel ist. Auch geht unsere Aufforderung an die politisch Verantwortlichen der Stadt, hier dem Vorbild vieler Gemeinden zu folgen und gegenüber dem Verteidigungsministerium klar zum Ausdruck zu bringen, dass man seine Verantwortung gegenüber der Gesundheit und Lebensqualität der Bürger ernst nimmt und daher fordert, in Hinkunft von derartigen „Besuchen“ Abstand zu nehmen. Auch eine klare Position der Ablehnung jedweder – auch zeitlich befristeter - Stationierung von Abfangjägern in Innsbruck muss hier eingenommen werden. Der Flughafen Innsbruck ist heute der einzige Verkehrsträger, der nicht für Lärmschutz aufkommt, daher erlaubt die Arbeit in Sachen Flug(hafen)lärmschutz keinerlei Verzögerung mehr. Ein Versteifen der Politik auf das Jahr 2013 zur Erstellung von Aktionsplänen gemäß Bundesumgebungslärmschutzgesetz ist unakzeptabel, daher sind die Forderungen der AIA bezüglich Lärmschutzförderungen Fluglärm:

  • Lärmschutz rasch und nicht reduziert auf reinen Fluglärm sondern ausgeweitet auf Flughafenlärm. Der Bodenlärm ist ausnahmslos mit einzubeziehen, insbesondere Probeläufe und Wartungen
  • Bedarfsanalyse anhand von Lärmkarten und Messungen (vorhandene und zukünftige)
  • Gebietsweise Messungen und Bedarfsanalysen ab Wintercharter 2009/10
  • Festsetzung von Schwellenwerten, die der Situation in Innsbruck Rechnung tragen, abseits der Forderungen der Bundes-LärmV, wie es EU-weit bei fast allen Flughäfen gemacht wird
  • Einbeziehung der Maximalpegel nach dem Sydney-Modell
  • Förderungen nachträglich auch für solche Objekte, bei denen bereits vor Inkrafttreten von Fluglärmförderungsrichtlinien Lärmschutz finanziert wurde, dann aber auch Anspruch auf Flug (hafen)lärmschutz bestünde
  • Finanzierung nach dem Verursacherprinzip