„Wir brauchen ein neues Altersbild!“

100 Tage in unserem Stadtteil - das dürfte hinkommen bei zwei Tagen pro Woche und Terminen nach Vereinbarung. Seit September ist sie im Amt, zwar ist sie nicht der Präsident, aber eine wichtige Person in Hötting-West, vor allem für die älteren Semester im Westen Innsbrucks – unsere Stadtteilkoordinatorin (so die offizielle Bezeichnung) Birgit Falch. In unserem Sozialzentrum im Wohnheim Lohbach ist sie am Mittwoch und am Donnerstag von 10.00 bis 12.00 Uhr und nach Vereinbarung anzutreffen, in der Höttinger Au am Montag und am Dienstag zu den gleichen Zeiten. Telefonisch ist sie die ganze Woche erreichbar. Weitere 30 Stunden verwendet sie für Planung und Abhaltung des Seniorentreffs, Büroorganisation, Statistiken für die Stadt, Hausbesuche, Erstellen von Veranstaltungsprogrammen wie dem Donnerstagprogramm für ganz Innsbruck, Administration und Begleitung der SeniorInnen nach Westendorf zum Erholungsurlaub, Aktion 80 und 90+, Vergabe der Räumlichkeiten an Gruppen und Organisationen sowie Betreuung derselben und vieles mehr. Beim Seniorennachmittag hilft sogar die fast 14-jährige Tochter des Öfteren mit. Die Sozialstation ist unbürokratische, überparteiliche Anlaufstelle für die BewohnerInnen des Stadtteiles mit Schwerpunkt SeniorInnen. Ihre Aufgaben sind Information, Vermittlung, Beratung, Hilfestellung bei Anträgen und Behördenkontakten sowie interne und externe Vernetzung. Natürlich waren wir vor einem Jahr traurig, als Birgit Falchs Vorgängerin Regina Steinegger unseren Stadtteil verließ und in Altersteilzeit ging. Außerdem war der Zweifel groß, ob sich im Wohnheim geeignete Räumlichkeiten finden würden. Aber Birgit mit ihrem feurigen Schopf und ihrer fröhlichen, unkomplizierten Art hat inzwischen ebenfalls unsere Herzen erobert. Das Wohnheim Lohbach bietet Gruppen wie Eltern-Kind-Beratung, Yoga und anderen offene, schöne und helle Räume zum Wohlfühlen. Noch mehr tragen dazu die Heimleiterin Mag.a Elisabeth Pasqualini und die Pflegedienstleiterin Frau Heidrun Kaltenegger bei. Sie bevorzugen ein belebtes Haus, das neben den BewohnerInnen auch andere Menschen und Gruppen willkommen heißt, und das ist ihnen in kürzester Zeit gelungen! Birgit Falch meint dazu: “Man hat mich offen aufgenommen, ich freue mich jeden Tag auf die Zusammenarbeit und besonders auf den Kontakt mit den Damen und Herren im Heim! Auf die Frage „Was ist dir wichtig?“ gibt Birgit einige Sätze zur Antwort, über die es sich lohnt, länger nach zu denken. Im Alter und im hohen Alter wird es unsere Lebensqualität deutlich beeinflussen, ob die Menschen rund um uns diese Grundsätze leben und verwirklichen. Noch sind wir aber in der aktiven, arbeitsreichen Phase unseres Lebens. Jetzt ist die Zeit für uns persönlich, das zu geben, was wir später einmal erhalten möchten. „Wichtig ist: Offenheit, Herzlichkeit und Liebe zu unseren Mitmenschen, egal welcher Altersgruppe sie angehören. In unserem Kulturkreis hat der alte Mensch an Wertschätzung verloren, das suggerieren uns schon die Medien, der Arbeitsmarkt. Ich persönlich schätze die Lebenserfahrung meiner Klienten, ihr Wissen und ihre Bildung. Mit ihnen gemeinsam neue Ziele zu entwickeln, ihnen zuzuhören und mit ihnen Zeit zu verbringen ist überaus bereichernd. Wir brauchen ein neues Altersbild, das die Fähigkeiten der älteren Menschen anerkennt und Wert schätzt!“