Wunsch und Wirklichkeit - Grünraumplanung in Kranebitten

Erstellt von Univ. Prof. DI Dr. Heinz Tiefenthaler | |   Print-Artikel

Kranebitten, "das Bild einer im Wald versteckten Siedlung". So liest es sich in der Entwicklungsstudie für Kranebitten. Daraus wird die Empfehlung einer "pfleglichen Aufschließung der Waldflächen für die Wohnnutzung mit gesteigerter, aber mäßiger Dichte" abgeleitet und ein "Bebauungsplan mit einem Grünkonzept" vorgeschlagen.

Seit Beginn dieses Jahres haben wir in Kranebitten einen neuen Flächenwidmungs- und Bebauungsplan. Mit den darin gemachten rechtlichen Festlegungen war die Hoffnung verbunden, dass damit Voraussetzungen gegeben sind, dass wertvolle Einzelbäume und Baumgruppen erhalten werden können. Damit sollte dem Wunsch der Bevölkerung und den Zielen der Stadtplanung für ein stark durchgrüntes Wohngebiet entsprochen werden.

Die Wirklichkeit zeigt, dass hochaufragende stolze Bäume, mühsam in Jahrzehnten gewachsen auf diesem kargen Schotterkegel, oft der Planung im Weg stehen. Von Grundgrenze bis Grundgrenze fällt jeder Baum auf dem gesamten Bauplatz, ein Kahlschlag ohne Gespür dafür, dass Baum und Strauch auch mit zur Wohn- und Lebensqualität gehören. Nachträglich als Behübschung gepflanzte pflegeleichte Thujenhecken zur Abgrenzung von "Mein und Dein" können schwerlich diese verlorengegangene Qualität ersetzen.

Entlang der Klammstraße wird deutlich, dass die Festlegungen zur Baumerhaltung im Bebauungsplan solange unwirksam sind, solange auf geneigten Grundstücken durch metertiefe Abgrabungen und hohe Aufschüttungen alle Voraussetzungen für einen Baumerhalt eingeebnet werden.

Als weitere Folge dieser Planungen fehlen natürliche Geländeformen und Böschungen. Der Straßenraum wird durch einen bizarren Wechsel einer Abfolge verschiedenster Stützmauern eingeengt und verschandelt, weit entfernt von einem qualitätsvollen Straßenraum und Ortsbild.

Eine "Nachbesserung" der rechtlichen Rahmenbedingungen ist notwendig.